Vom College zum Profisport: Maivon Interview mit Jelena Pandzic

Jelena Pandzic

Im Rahmen eine Interviewreihe (weitere Infos hier) mit Sportlern die den Sprung vom Universitäts- zum Profisport geschafft haben sprachen wir mit Jelena Pandzic, eine ehemalige College Tennisspielerin und heute Profisportlerin, die vor kurzem bei den French Open in der zweiten Runde stand.

"Mit dem Universitäts- abschluss habe ich mir eine zweite Basis geschaffen"

Jelena, du hast viele Jahre in NRW gelebt, bist in Leverkusen zur Schule gegangen und hast auch dort trainiert, wie ist deine Beziehung zu Deutschland heute?

Meine Eltern leben noch immer in Deutschland und ich habe viele Freunde dort. Es ist sehr schön Zeit mit meiner Familie und alten Freunden zu verbringen um neue Kraft zu schöpfen. Ich verbringe jedes Jahr ein bis zwei Monate in meiner alten Heimat und nehme dort auch am Ligawettbewerb und Turnieren teil.

Wie alt warst du als du in die USA gegangen bist, was haben deine Eltern und Freunde über die Idee gedacht?

Ich bin mit 20 zum College in die USA gegangen. So wie viele meiner Freunde auch habe ich ein Studium in den USA als grosse Chance gesehen. Meine Eltern waren am Anfang überhaupt nicht begeistert von der Idee, weil ihnen die Distanz einfach zu gross vorkam. Als sie sich dann ausführlicher über das Thema College informiert haben, hatte ich deren volle Unterstützung. Vor allem als sie gemerkt haben, dass ich mich nach nur wenigen Wochen sehr wohl in den USA gefühlt habe, war es kein Problem mehr.

Was waren deine grössten Herausforderungen im ersten Jahr im College?

Anfangs musste ich mich stark daran gewöhnen so viele Stunden im Hörsaal zu verbringen und so viel zu lernen. Ich hatte kaum Freizeit, naja aber ich war schon immer etwas ehrgeiziger. Ich habe mich schnell an den dynamischen Rhythmus gewöhnt und konnte nach wenigen Monaten sehr effektiv mit meiner Zeit umgehen damit ich das Beste aus der Uni und dem Tennistraining herausholen konnte.

Wie hat sich die Zeit im College auf deine heutige Karriere ausgewirkt? 

Übers College Tennis in den USA habe ich den Sprung auf die WTA Tour geschafft. Ich habe damals viel gelernt, vor allem aber diszipliniert und professionell zu arbeiten. Mit dem Universitätsabschluss habe ich mir eine zweite Basis geschaffen und kann mich heute ohne Druck auf meine Tenniskarriere konzentrieren.

Was hast du in den USA studiert?

Ich habe ein Psychologiestudium abgeschlossen, auch das hilft mir im Tennis weiter.

Wie war das Gefühl so kurz nach dem College in der 2. Runde der French Open zu stehen?

Es war ein unglaubliches Gefühl in einem Grand Slam Turnier die zweite Runde aus der Quali zu erreichen. Vor allem weil ich vor meiner College Zeit nicht annähernd diese Ergebnisse erzielt habe. Mein höchstes Ranking vor dem College war 380 auf der WTA. Nur ein Jahr nach dem College stand ich fast in den Top 100 und spielte auch noch in der Qualifikation von Wimbledon, US Open, und in Australien.

Warum schaffen so viele Tennisspieler/innen wie z.B. James Blake, Bryan Brothers, Lisa Raymond, Jill Craybas, oder auch du den Übergang vom College zum Profi Tennis so erfolgreich?

Tennisspieler verbessern nicht nur ihre spielerischen Fähigkeiten, sondern werden vor allem reif und erwachsen im College. Der Wettbewerb im College findet auf einen sehr hohem Niveau statt was optimale Bedingungen zur Vorbereitung auf die Tour bietet.

2008 war dein bestes Jahr im Tennis, du hast die Nr. 139 auf der WTA Weltrangliste erreicht doch leider hat dich eine Verletzung zu einer längeren Pause gezwungen. Zum Glück bist du wieder fit und startest momentan dein Comeback, wie läuft es für dich?

Mein Comeback läuft ziemlich gut, ich trainiere an der EagleFustar Tennis Akademie in Santa Clara in Kalifornien seit Februar 2010. Ich habe bereits an einigen Turnieren erfolgreich teilgenommen und arbeite sehr hart an verschiedenen Aspekten meines Spiels um in die Top 100 zu kommen.