"Lasst euch von niemandem den Spaß verderben" - Maivon Interview mit Steven Lenhart

Steven Lenhart

Im Rahmen unserer Interviewreihe mit Sportlern die den Sprung vom Universitäts- zum Profisport geschafft haben, unterhielten wir uns mit Steven Lenhart, einem ehemaligen College Fußballspieler, der sein Studium mit einem Sportstipendium finanzierte, und heute Profisportler in der MLS (Major League Soccer) ist.

"Meine College-Erfahrung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich heute Profi bin."

Steven, in 2008 hast du dein Studium abgeschlossen und wurdest direkt in die MLS übernommen. Wie ist es für dich auf so hohem Niveau zu spielen und wie gut hat dich College-Fußball auf eine professionelle Karriere vorbereitet?

In der MLS zu spielen ist grossartig. Es macht mir viel Spaß, mich als Spieler zu verbessern, von Spielern wie Guillermo Barros Schelotto zu lernen und die Welt zu bereisen. Meine College-Erfahrung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich heute Profi bin. Ich habe mich unter Coach Phil Wolf weiter entwickelt, und wirklich gelernt ein besserer Spieler und Teamkollege zu sein. Die Zeit im College war die beste Zeit meines Lebens.

Was waren die größten Herausforderungen für dich während der College-Zeit?

Im College musste ich erstmal herausfinden wer ich wirklich bin, und hatte vor allem sehr viel Spaß. Es hat erstmal gedauert bis ich eine gute Balance gefunden habe mir die Zeit richtig einzuteilen. Diese Herausforderung habe ich irgendwann gemeistert und habe mich voll aufs Studium und den Sport konzentriert.

War es leicht für dich Vorlesungsplan, Training und Wettbewerb unter einen Hut zu bringen?

Ich musste erstmal meinen Alltag mit vielen Vorlesungen, dem Training und meinen Freunden gut zu organisieren, das hat aber nicht lange gedauert. Wenn man fleißig in der Uni ist, hat man auch genug Zeit sich auf den Sport zu konzentrieren.

Du hast im College mit europäischen Fußballspielern zusammen gewohnt und trainiert. Kannst du ein bisschen von deiner Erfahrung berichten?

Die Zeit mit meinen europäischen Mitbewohnern war unvergesslich. Ich habe viel über ihre Kultur und Art und Weise gelernt. Ich konnte ihnen ein bisschen beibringen lockerer zu werden, und nicht immer so angespannt zu sein. Im Leben gibt es noch viel mehr als nur Fußball. Ich war neulich Trauzeuge bei der Hochzeit meines deutschen Mitbewohners, wir sind Freunde fürs Leben.

Viele europäische Spieler machen sich Sorgen, dass ihre Karriere nach dem College vorbei sein könnte. Teilst du diese Meinung?

Ich wollte eigentlich nie professionell Fußball spielen, es war also eine große Überraschung als der Anruf kam. Das bedeutet, dass mich die Zeit im College richtig für eine Karriere im Fußball vorbereitet hat, denn ich hätte nie gedacht, dass ich eine Chance habe.

Welche Ziele hast du in Bezug auf deine Fußballkarriere anvisiert?

Meine Ziele schweben momentan etwas in der Luft. Ich würde sehr gern die Erfahrung machen, irgendwo international zu spielen. Ich weiß, dass es möglich ist. Es wäre auch schön mal mit dem U.S. Nationalteam spielen zu dürfen.

Was kannst du jungen motivierten Spielern raten, die darüber nachdenken in den USA zu studieren?

Wenn ihr denkt, dass durch das Studium eure Karriere als Fußballprofi vorbei sein könnte, liegt ihr falsch. In erster Linie wird die Zeit im College euer Leben verändern. Ihr werdet als Mensch wachsen, und wenn das Programm gut ist – auch als Spieler. Ihr müsst sicher gehen, dass die Schule, an die ihr gehen wollt, ein solides Team und einen guten Coach hat. Dann werdet ihr die Zeit einfach genießen. Lasst euch von niemandem den Spaß verderben.