College-Fußball in den USA - Die besten Frauenteams

Während eine professionelle Frauen-Fußball-Liga in den USA ein paar Mal gestoppt und gestartet wurde, wächst der Pool an herausragenden Teams und Spielerinnen an US-Colleges weiterhin. Junge Mädchen, die bei den vergangenen Weltmeisterschaften die Teams der USA anfeuerten, haben nun das Hochschulalter erreicht.

Spielerinnen, die in ein Fußballteam an einer der über 200 Division I Schulen aufgenommen werden, können damit rechnen, dass sie ein umfangreiches Stipendium erhalten. Im Gegenzug wird jedoch erwartet, dass sie dem Training und ihrem Team hunderte von Stunden widmen.

"Gesamte Investitionszeit für den Spieler? In etwa 1.000 Stunden pro Jahr (drei Stunden pro Tag)."

Millionen amerikanischer Spielerinnen sind mit dem Sport aufgewachsen und haben durch die Titel IX Gesetzgebung (welche gleiche Sportmöglichkeiten für Frauen an amerikanischen Universitäten garantiert) die Chance auf ein Stipendium erhalten. Der Wettbewerb um die begehrten Plätze in einem der top Teams hat sich dementsprechend verschärft und die Anforderungen an Sportler und somit die Spielstärke der Frauen-Teams, ist in den letzten Jahren enorm in die Höhe geschnellt. Ein Blick auf den Trainingsplan eines Top-Programms zeigt Folgendes:

  • In der Vorsaison: 3 Stunden pro Trainingstag
  • In der Saison: 1,5 Stunden pro Trainingstag + 2 Stunden Gewichtheben pro Woche + 2 Spiele pro Woche  (Freitags und Sonntags, oft zu Auswärtsspielen)
  • Außerhalb der Saison: 8 Stunden Training pro Woche (dazu 2 Stunden Gewichtheben)

In der Regel nehmen die Teams an ungefähr 16 Spielen, sowie zusätzlich an Verbandsturnieren und  den sogenannten Nationals teil, für das sich die besten 64 Teams qualifizieren und das seinen Höhepunkt im Dezember hat. Die Spielsaison dauert von Ende August bis November, allerdings werden in der Regel am ersten Wochenende im Dezember die Nationals gespielt, insofern sich die Teams dafür qualifizieren. Die gesamte Investitionszeit für den Spieler? In etwa 1.000 Stunden pro Jahr (3 Stunden pro Tag). Wenn man nicht bereit ist, 3 Stunden pro Tag in seine Fußball-Karriere zu investieren, dann sollte man nicht versuchen, für eins der top Collge-Teams zu spielen.
Wenn man es jedoch mit dem Spiel ernst meint, dann kann College-Fußball genau das Richtige sein. Mit dem wohl besten Pool an Nachwuchsspieler der ganzen Welt zu trainieren und zu spielen hebt das eigene Niveau innerhalb kürzester Zeit enorm. Die hohe Anzahl von Spielen bringt Fußballlerinnen die nötige Spielerfahrung, in Stadien, die bis zu 6.000 Besucher fassen. College-Spielerrinnen werden von einem großen Team betreut, dies beinhaltet in der Regel Cheftrainer, zwei oder mehr Co-Trainer, einen Physiotherapeuten, mehrere Praktikanten, einen Arzt sowie zwei oder mehr Manager. Die Top Damen-Teams sind aus zwei Gründen in der Lage, soviel Personal zu beschäftigen:

1) Frauen-Fußball ist an vielen Schulen eine grosse Attraktion und erhält schon über die Eintrittsgeldern gute Einnahmen;
2) die meisten der Top-Teams sind an Schulen mit herausragenden American Football Teams, welche Millionen in das Budget der Sportabteilung bringen.

Die fünf besten Teams im Frauenfußball waren zum Abschluss der Saison 2011: Stanford (Palo Alto, CA), Duke (Durkam, NC), Florida State (Tallahassee, FL), Wake Forest (Winston-Salem, NC) und Oklahoma State (Stillwater, OK). Jede Region der USA war vertreten was zeigt, dass die Spielstärke der Teams sich in der Breite hebt, nicht mehr ist alles Talent nur an der University of North Carolina gebündelt, die früher fast jedes Jahr die Meisterschaft gewann.

Es ist zu beobachten, dass einige Division I - Schulen Sportarten aufgrund reduzierter staatlicher Förderungen und einer allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung in den USA einstellen mussten. Dabei steht der Frauen-Fußball in fast keinem Fall auf der Schlachtbank, was eine gute Nachricht für potenzielle Spieler ist. Die größten Einschnitte fanden bei den Männer-Teams im Ringen, in der Leichtathletik, und im Schwimmen statt.

Neben dem anspruchsvollen sportlichen Programm sein Studium innerhalb der Regelstudienzeit abzuschließen erfordert vollen Einsatz. Viele College-Sportler besuchen zusätzlich in den Sommerferien Kurse, um ihr Studium schnellstmöglich abzuschließen. Alle College Sportler werden für den Sport nur vier Jahre zugelassen, es sei denn, dass eine Verletzung den Spieler für einen erheblichen Teil des Jahres auf die Wartebank bringt.

Auch wenn man nach dem Studium nicht mehr in einer Profiliga spielt, hat man mit einem international anerkannten Abschluss für eine zukünftige Karriere vorgesorgt und viele gute Kontakte in den USA geknüpft.